Hier finden Sie Ankündigungen und aktuelle Berichte zu Veranstaltungen des RGHV

(Letzte Aktualisierung am 29.6.2022)

Eine Übersicht über das Jahresprogramm 2022 finden Sie auf der Seite Veranstaltungen!


Wie in den letzten beiden Jahren kann es auch weiterhin zu coronabedingten Änderungen oder Einschränkungen bezüglich der Durchführbarkeit unserer Veranstaltungen kommen.


50 Jahre Rosbach vor der Höhe

Historischer Ortsrundgang durch Rodheim
mit Landfrauenkaffee

geführt von Dr. Karsten Brunk und Joachim Beuck, RGHV-Vorstand

am Samstag, 9. Juli 2022 um 14 Uhr,
Start und Ziel am Marktplatz in Rodheim

Der RGHV beteiligt sich im Rahmen des Festwochenendes anlässlich des Stadtjubiläums „50 Jahre Rosbach vor der Höhe“ mit einem Historischen Ortsrundgang durch den Stadtteil Rodheim vor der Höhe. Der Ortsrundgang wird ergänzt durch den Landfrauenverein Rodheim mit einem Kaffee- und Küchenbuffet.

Treffpunkt für den Start des ca. 90-minütigen Ortsrundganges ist um 14 Uhr der Marktplatz am Rodheimer Kirchturm, wo zwischen 15 und 17 Uhr auch das Kuchenbüffet aufgetischt sein wird.


Rosbach rollt

Radtour "Geschichte unserer Kulturlandschaft"

am 26. Mai

Wie im vergangenen Jahr hat der RGHV im Rahmen der Aktion Stadtradeln 2022 wieder eine Radtour angeboten. Unter dem Motto „Rosbach rollt – Auf die Räder, fertig, los!“ fanden sich dazu am 26. Mai zahlreiche Teilnehmer auf dem Rodheimer Marktplatz ein. Nach einem Abriss zur Ortsgeschichte durch das Vorstandsmitglied Joachim Beuck, ging es unter der Leitung des RGHV-Vorsitzenden Dr. Karsten Brunk auf einen 20 km langen Rundkurs durch die Landschaft.

Entlang der Fahrtstrecke der Radtour "Geschichte unserer Kulturlandschaft" gab es an einer Reihe von Punkten Wissenswertes zur Geschichte der Landschaft und deren vielfältige und nachhaltige Überprägung durch die menschliche Nutzung zu vermitteln. Hier nur eine Auswahl der vor Ort erläuterten Merkmale und Erscheinungen, wie die Entstehung von Wüstungen und Hohlwegen, die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte des Alten Berges, die Entwicklung und Ausprägung von Hoheits- und Gemarkungsgrenzen, die Geschichte der Altstraßen in der Region, die Spuren der Gewinnung von Lehm, Sand, Kies und Steinen in der Landschaft, die Grabhügel aus der Bronzezeit und ein Rückblick über die geologische Entwicklung des Senkungsgebietes Wetterau mit ihren seit Jahrtausenden geschätzten Vorzügen.

Text: Karsten Brunk, Fotos: Carine Brunk


Wüstung Stürzelheim, Landwehr, Alte Burg, Erlenbachmühlen und Leitungswasser

Gemarkungswanderung am 30. April

Das Gras ist regennass und es ist kalt am 30. April – dennoch starten unter der Leitung von Karsten Brunk am späten Vormittag rund 30 Personen zu einer geschichtlichen Wanderung durch die ehemalige Stürzelheimer Terminey und bis zu den Rodheimer Mühlen am Erlenbach. Das an Burgholzhausen angrenzende Gebiet der Wüstung Stürzelheim ist heute Teil der Rodheimer Gemarkung.

Jenseits der Stürzelheimer Weide war bald der noch genau lokalisierbare Standort des burgartigen Hofes der Familien von Stürzelheim bzw. von Bellersheim erreicht. Das Anwesen im „Großen Garten“ hatte sogar den Wüstungsprozess im Gefolge der Pestwellen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts überdauert, von dem der Weiler Stürzelheim betroffen war. Spätestens im Laufe des 16. Jahrhunderts haben die von Bellersheim aber im befestigten Nachbarort Rodheim Besitz erlangt und später dort auch Wohnrecht erhalten. Das Anwesen Junkernhof zeugt bis heute davon.

Nächster Standort der Wanderung war die sogenannte Stürzelheimer Landwehr an der Grenze mit Burgholzhausen. Wie häufig und nachhaltig um den exakten Verlauf der Grenzmarken gestritten wurde, und das auch mit direkten Eingriffen und Disputen vor Ort, konnte mit Zitaten aus Grenzgangsprotokollen und mit Grenzrissen (Karten) dokumentiert werden. Entlang der letztlich seit 1783 ausgesteinten Gemarkungsgrenze ging es weiter bis an die Weinstraße, wo die Grenze der Stürzelheimer Landwehr im rechten Winkel nach Norden abknickt.

Der Weinstraße folgend, war an dieser historischen Wagenstraße oberhalb des Steilufers des Erlenbachs schon früh eine Schutzburg entstanden, die sogenannte Alte Burg von Holzhausen. Die Burganlage war bereits 1241 zerstört und nie wieder aufgebaut worden. Einige Personen mit dem Namenszusatz der damals ansässigen Lehensleute auf der Burg und im benachbarten Holzhausen, die sich ab etwa 1200 als von Holzhausen bezeichneten, haben vor allem im Stadtadel von Frankfurt nachhaltige Spuren hinterlassen.

Spätestens im 18. Jahrhundert sind die Burggräben verschüttet worden, auf deren südlichen Abschnitten später der Friedhof der Rodheimer Synagogengemeinde, zu der u.a. auch Burgholzhausen gehörte, angelegt wurde. Um 1830, 1842 und 1882/83 kam es zu Erweiterungen des Areals, das in der Nacht zum 10. November 1938 Nazi-Schergen geschändet und zerstört haben.

In Anbetracht des kühlen Wetters war anschließend eine Picknick-Pause am Erlenbach sehr willkommen. Im Windschutz eines Pavillons hatten hier Margot Mehring und Ute Veit etwas Leckeres zum Verzehr im Angebot.

Auch Rodheim hat mindestens eine ehemalige Mühle am Erlenbach, nämlich die Dickmühle. Sie wurde, wie auch die oberhalb am gleichen Mühlgraben liegende Tannenmühle, über lange Zeit von Müllern der Familie Vorbach betrieben, von denen seit langem ein Zweig bis heute in Rodheim beheimatet ist. Unterschiedliche Auffassungen gibt es seit Jahrhunderten bezüglich der territorialen Zugehörigkeit der Tannenmühle (auch bekannt als gebrannte Mühle oder Grunermühle). Also wieder Streitigkeiten mit teilweise kuriosen Ereignissen, die ihren Niederschlag in historischen Grenzrissen und Protokollen gefunden haben. Noch heute teilt die Gemarkungsgrenze das Gelände der seit 1959 nicht mehr betriebenen Mühle.

Auf dem Rückweg über den alten Mühlweg war schließlich ein Bauwerk auf dem Stotzenberg der letzte Haltepunkt. Der mit „Wasserversorgung Rodheim und Holzhausen 1927“ beschriftete Hochbehälter gehört zu den wichtigsten Meilensteinen in der langen Geschichte der örtlichen Wasserversorgung, als eine neue Wasserleitung aus Ober-Rosbach die Trinkwasserversorgung aus den innerörtlichen Brunnen ersetzte. Zu dem 1928 fertiggestellten Großprojekt gehörte neben individuellen Hausanschlüssen für das Leitungswasser auch der Bau einer Kanalisation. Bemessungsgrundlagen für den Wasserverbrauch waren bis 1953 nicht die tatsächlichen Wassermengen in m³, sondern Kriterien wie u.a. die Personenzahl im Haushalt, das Vorhandensein von Bad/Klo und die Anzahl an Stück Großvieh/Kleinvieh.

Text: Karsten Brunk, Fotos: Carine Brunk und Ute Veit


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