Exkursion/Führung

am

15.09.2012

Fachwerkperle Alsfeld und historisches Romrod

Bus-Exkursion nach Oberhessen

Am Samstag, dem 15. September 2012, war das nördliche Vorland des Vogelsberges das Ziel einer vom Rodheimer Geschichts- und Heimatverein (RGHV) angebotenen Exkursion. Erste Anlaufstelle des voll besetzten Busses war Romrod, das mit seiner Vielfalt an historischen Zeugnissen die meisten Teilnehmer überraschte. Zunächst führte uns der überaus sympathische Pfarrer Knoblauch durch die Räume, Gänge und Treppenhäuser des Schlosses Romrod, das nach seiner umfassenden Sanierung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz inzwischen zu einer „Hochburg für Hochzeitsfeiern“ geworden ist.

Seine historische Bedeutung hatte das Gebäudeensemble unter anderem als Sommerresidenz und Jagdschloss der großherzoglichen Herrschaften aus Darmstadt. Im Zuge der Sanierung konnten im Hof des Schlossgeländes auch aufschlussreiche siedlungsarchäologische Befunde zur früh-/hochmittelalterlichen Nutzung und Bebauung gemacht werden. Da die im feuchten Untergrund erhalten gebliebenen hölzernen Hausrelikte zu den ältesten ihrer Art in Deutschland gehören, wurde eigens dafür ein Museum errichtet, das durch die hervorragende Art der Präsentation seiner Exponate besticht.

In Romrod hat es bis Anfang der 1930er Jahre eine jüdische Landgemeinde mit einer bis heute erhalten gebliebenen und inzwischen restaurierten Synagoge und einer Mikwe gegeben. Die Erhaltung des Gebäudes ist dem Umstand zu verdanken, dass dieses 1935 an einen Landwirt verkauft und in der Folge als Scheune und Lager genutzt worden war.

Nach dem Mittagessen in Romrod hieß es dann „auf nach Alsfeld“, der überaus sehenswerten Fachwerkstadt mit der besonderen Auszeichnung „Europäische Modellstadt für Denkmalschutz“. Immerhin zählt Alsfeld heute noch über 420 erhaltene Fachwerkhäuser.

Hier stand zunächst das in diesem Jahr bereits seit 500 Jahren bestehende Alsfelder Rathaus im Mittelpunkt, dessen geschichtsträchtige Räume ebenfalls besichtigt werden konnten. Dieses Wahrzeichen der oberhessischen Fachwerkstadt gehört zu den bekanntesten, aber auch zu den kunstgeschichtlich interessantesten deutschen Rathausbauten. Es ist ein architektonisches Meisterwerk und wirkt in seinem Aufbau wahrhaft monumental.

Im Rahmen der anschließenden fachkundigen Altstadtführung präsentierte uns der Stadtführer nicht nur weitere herausragende Bauwerke, in der Dreifaltigkeitskirche aus dem späten Mittelalter erfuhren wir auch, wann es wichtig ist „die Klappe zu halten“.

Seine Abrundung erfuhr der gelungene Exkursionstag bei hausgemachtem Kuchen in einem der urig-gemütlichen Alsfelder Cafés.