Exkursion/Führung

am

30.05.2024

Fahrrad-Rundtour zu Kultuseinrichtungen der jüdischen Gemeinde Rodheim v. d. Höhe an Fronleichnam 2024

Gemeinsam sind wir stark! So hätte man die Fahrrad-Exkursion der beiden Rosbacher Geschichtsvereine überschreiben können. Dr. Michael Limlei vom Heimatgeschichtsverein Rosbach (HGV) und Dr. Karsten Brunk vom Rodheimer Geschichts- und Heimatverein (RGHV) hatten eine historisch interessante und sportlich nicht zu verachtende Exkursion zusammengestellt.

Die Rosbacher Teilnehmer waren bereits die Wegstrecke nach Rodheim geradelt, wo man sich am Bürgerhaus mit den Rodheimer Teilnehmern traf. Ganz in der Nähe, in der Wethgasse 14, stand die 1863 eingeweihte Synagoge. Sie wurde in der unmittelbaren Nähe der „Weth“ errichtet, war doch die Mikwe als rituelles Tauchbad mit fließendem Wasser Voraussetzung für die Ausstattung einer Synagoge. Es gibt keine Pläne aus der Bauphase der Synagoge, die auch den zur jüdischen Synagogengemeinde zählenden Mitbürgern aus Petterweil, Holzhausen und Ober-Rosbach als Gotteshaus diente, glücklicherweise aber eine Bauzeichnung von 1890, als das Gebäude mit einer Feuerungsanlage ausgestattet werden sollte. Dr. Brunk zeichnete ein Bild des jüdischen Lebens in Rodheim, das etwa 1640 erstmals nachgewiesen werden kann, bis nach der Zerstörung der Synagoge im Rahmen des Pogromgeschehens am 10. November 1938.

Der zur jüdischen Gemeinde gehörige Friedhof lag an der Weinstraße in (Burg)Holzhausen und war das nächste Ziel der Radler. Dort beeindruckte die Ruhe des Ortes. Die noch erhaltenen Grabsteine wurden später entlang der Außenbegrenzung aufgestellt, nachdem auch der Friedhof dem Pogromgeschehen 1938 zum Opfer gefallen war.

Nach einer etwas holprigen Fahrt wurde Ober Rosbach erreicht. Dort befindet sich oberhalb der Kapersburgstraße der hiesige jüdische Friedhof. Es gibt dort keine Grabsteine mehr, aber einen Gedenkstein und ein im letzten Jahr neu gestalteter sehr beeindruckender Eingangsbereich. Beides erinnert an die hier bestatteten jüdischen Bewohner, die soweit bekannt, namentlich genannt werden, sowie an die Geschichte der Juden in Ober-Rosbach. Unterlagen, die das jüdische Leben in Ober Rosbach genauer nachzeichnet könnten, seien nicht erhalten geblieben, so Dr. Limlei.

Text: Ute Veit, Fotos: Carine Brunk